Sozialrepublikanismus in der Praxis: Zum Stand der Mietergewerkschaft
Von Daniel Katzenmeier | Die Idee der Mietergewerkschaft nimmt praktische Form an. Eine in Frankfurt gegründete Organisation weitet sich zunehmend auf andere Städte aus.
Als einer der Panorama-Autoren, Holger Marcks, im Jahr 2018 die Idee der Mietergewerkschaft in die linke Debatte hierzulande einbrachte, wurde der Vorschlag wenig ernst genommen. Heute, sieben Jahre später, ist sie Realität: Eine bundesweite Mietergewerkschaft ist entstanden. Seit ihren Anfängen als Initiative im Frankfurter Raum hat sie sich schrittweise auf andere Städte ausgeweitet und bereits einige Kämpfe geführt. Zum Beispiel unterstützte sie 400 Mieter in München, die sich gegen intransparente und zu hohe Nebenkostenabrechnungen wehrten, wie die »Abendschau« des Bayrischen Rundfunks berichtete.
Aktuell kämpft die Mietergewerkschaft in Hessen mit einem zivilgesellschaftlichen Bündnis für einen Mietenstopp bei dem landeseigenen Unternehmen der Nassauischen Heimstätte. Auch mit dieser Einpunktkampagne wird sich die Basis der Gewerkschaft weiter erweitern. Das Ziel ist eine flächendeckende Organisierung, mit der ein kollektives Mietrecht und entsprechende Mitbestimmungsstrukturen durchgesetzt werden kann. Bei landeseigenen Unternehmen wie der Nassauischen Heimstätte wäre dann perspektivisch sogar eine demokratische Selbstverwaltung denkbar.
Zum Grundlagenartikel in Sachen Mietergewerkschaft geht es hier: Holger Marcks, »Eine Gewerkschaft für Mieterinnen«, in: ADA Magazin, 3. August 2018.

