Sehen: Was ist eine Frau? Feminismus außer Rand und Band
Von Club Volantaire | Dritter Gesprächsabend des Clubs, diesmal in der Exil- bzw. Studioversion. Im Fokus die Frage: Was richtet der Queerfeminismus da an?
Die Kontroversen um feministische Politik fallen nicht vom Himmel. Sie folgen einer Phase, in der neue Strömungen an Einfluss gewannen: intersektionale Perspektiven, queerfeministische Ansätze und der Anspruch auf einen »Feminismus für alle« – mit entsprechenden sprach- und diversitätspolitischen Praxen. Durch sie veränderten sich Begriffe, Adressaten und Prioritäten des Feminismus drastisch. Insbesondere dadurch, dass Geschlecht zunehmend als offene Kategorie verstanden wird, verschiebt sich der Fokus von materiellen Gleichstellungsfragen hin zu symbolischen Kämpfen um identitäre Anerkennung. Das führt nicht nur zu kulturellen Konflikten nach Innen und nach Außen, es werden dadurch auch tradierte Interessenvertretungen von Frauen infrage gestellt, da ihre Anliegen an Schärfe verlieren.
Eine schonungslose Schadensbilanz der queerpolitischen Einflüsse im Feminismus ist gefragt. Wie genau geriet die Frauenbewegung in diese prekäre Lage, welche Folgen haben welche Einflüsse und was passiert da eigentlich Seltsames, wenn viele Menschen nicht mehr sagen können, was überhaupt eine Frau ist? Damit verbunden ist auch das Problem der gesellschaftspolitischen Konsequenzen: Wie verändern sich die politischen Kräfteverhältnisse durch die queerpolitischen Diskursverschiebungen im linken Lager und was bedeutet das für Durchsetzungsmöglichkeiten von Fraueninteressen? Diesen Fragen geht der dritte Club Volantaire nach, der sich gewohnt kritisch den Irrwegen einer progressiven Politik widmet, die sich immer weiter von den Alltagserfahrungen vieler Menschen entfernt.
Hierüber debattierten die Gäste des Club Volantaire am 29. Mai 2026 in Hamburg.
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