Sehen: Spaltpilz Migration? Die linke und die rechte Wand der Polarisierung
Von Club Volantaire | Zweiter Gesprächsabend des Clubs in München. Diesmal im Fokus die Frage: Inwiefern wirken linke und rechte Migrationsdiskurse co-polarisierend?
Die Raumgewinne der Rechten erklären sich nicht ohne die Laufwege der Linken. Deutlich sieht man das beim Thema Migration, einschließlich Integration.Dieses stellt – aufgrund der breiten Unzufriedenheit mit dem migrationspolitischen Status quo – eine potente Quelle für Rechtsaußenerfolge dar. Und da das linke Lager einer befriedigenden Antwort aus dem Weg geht, droht sie auch nicht zu versiegen. Das Thema dürfte somit ein Spaltpilz bleiben, der die Bewältigung anderer gesellschaftlicher Probleme erschwert. Denn wo signifikante Teile der Bevölkerung (v.a. im Osten) und auch der linken Zielgruppen (insbes. Arbeiter) eine Lösung bei der AfD suchen, lassen sich die breiten Allianzen nicht herstellen, die die großen Zukunftsaufgaben erfordern.
Woher kommt die Bereitschaft zur Raumpreisgabe, die mit einer Verblendung von Migrationsproblemen einhergeht? Diese sind ja vielfältiger als antirassistische Reflexe vermuten lassen. Man denke nur an das Verhältnis von Feminismus und Islam(ismus), regressive/faschistische Einflüsse, Loyalitäten in Zeiten globaler Konflikte oder auch Aspekte demokratischer Kultur. Ungeklärt ist bisher: Welche Klassen- und Geschlechteraspekte spielen hier eine Rolle, was hat das mit Repräsentationskrise zu tun, was mit Polarisierung – und welches Migrationsregime wird damit eigentlich stabilisiert? Diesen Fragen geht der Club Volantaire nach, der sich diesmal dem Problem widmet, wie sich das Thema Migrationspolitik jenseits rechter und (neo-)linker Kategorien denken lässt.
Hierüber debattierten die Gäste des Club Volantaire am 25. Juli 2025 im Projektraum Nautilus in München.
Mit einem Impulsbeitrag von Ahmad Mansour (Psychologe und Extremismusexperte).
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