Lesen: »Identitätspolitiken von Links und Rechts«
Von Manuel Cordsen | Über das Zusammenspiel von linker und rechter Identitätspolitik schrieb jüngst Sebastian Schnelle. Auch auf die klassenanalytische Woke-Kritik des Panoramas wird eingegangen.
Ein lesenswerter Artikel von Sebastian Schnelle (Podcaster: »Vorpolitisch«) erschien gerade beim Humanistischen Pressedienst zum Wechselverhältnis der Identitätspolitiken von links und rechts. Als »perfekten Sturm« bezeichnet dabei der Autor dieses Zusammenspiel.
Der Text geht von einer unguten Wechselwirkung zwischen Populismus und Identitätspolitiken von Links und Rechts aus. Durch Feindbilder und Stigmatisierung, so der Autor, werde Wählerklientel abgeschreckt. Politik werde dabei als elitär wahrgenommen; man wende sich dann mitunter dem anderen politischen Lager zu. Dabei verlören identitätspolitisch agierende Parteien am Ende auch noch die Minderheiten, die sie zu vertreten vorgeben. Die politisch radikale und extreme Rechte hingegen komme so zu neuen Machtperspektiven, die sie historisch nur dann habe, wenn sie beträchtliche Teile der unteren Klassen auf ihre Seite ziehen kann.
»So verlieren identitätspolitisch agierende Parteien am Ende auch noch die Minderheiten, die sie zu vertreten vorgeben, da diejenigen, die behaupten für diese Minderheiten zu sprechen, eben auch vornehmlich aus den gebildeten und ökonomisch abgesicherten Schichten stammen und es somit kein Wunder ist, wenn diese Milieus die materielle Komponente von Minderheitenpolitik zu Gunsten symbolischer Inklusion aus den Augen verlieren.« - Sebastian Schnelle

